B2B Marketing: Wissenswertes & Aktuelles

Zum Googeln in der Microsoft-Zentrale

… nein, pardon, eigentlich haben wir „gebingt“. Klingt komisch, nicht wahr, dachte ich mir, als ich im Januar im neuen MS-Hauptquartier in München mit dem Marketingclub zu Gast war. „10 Dinge, die Sie in 2017 über Bing wissen sollten", so der (etwas zu) verheißungsvolle Titel des Vortrags zweier Bing-Spezialisten.

Was daraus ist für uns, klugmarketing und damit unsere Kunden wichtig?

Erstens,
Bing ist die in Deutschland am zweithäufigsten genutzte Suchmachine hinter Google. Ok, mit 12 % aller Suchanfragen (noch) nicht wirklich eine Marktmacht. Aber wachsend. Ok, auch das nicht wirklich überraschend, denn von 3 % wächst sich’s nun mal schneller auf XX %, als von 97 % auf 99 %. Für den Markt findet klugmarketing es jedenfalls anregend, dass Microsoft hier überhaupt Geld und Energie investiert, um dem großen Google ein paar Prozent Marktanteil abzutrotzen.
Zweitens sind die CPC (Cost per click) bei Bing-Anzeigen günstiger als bei Google Adwords. Sagt Microsoft. Ist für mich wenig verwunderlich, werden auf Bing ja auch deutlich weniger Suchen durchgeführt. Was bedeutet, dass Ihre erreichbare Zielgruppe zahlenmäßig kleiner sein muss als beim Schalten von Adwords-Anzeigen beim großen Mitbewerber Google. Abzuwägen – evtl. auch auszutesten – ist hier, ob Ihre Kampagnen unter dem Strich für die von Ihnen beworbenen Produkte und Dienstleistungen besser, schlechter oder gleich guten return on invest (ROI) erbringen.
Drittens habe ich von aktuellen Onlinestatistiken gelernt, dass a) die Anzahl der Sprachsuchen (mobil) zunimmt. Dadurch werden wiederum die Keywordlängen länger. Bei Spracheingaben sind dies durchschnittlich 3 – 4 keywords. Weiteres „Ergo“: Machen Sie Ihre Website startklar für Sprach-Suchanfragen, ob Siri oder Cortana oder andere Sprachsuchsysteme, die bestimmt noch kommen werden b) bei mobilen Suchen sind die Klickraten höher als auf dem PC (aha!). Warum ist das so? Könnte eine Rolle spielen, dass mobil aufgrund der kleineren Bildschirmgröße weniger Ergebnisse auf einen Blick angezeigt werden und daher eventuell die Auswahl leichter fällt? Ich werde der Antwort zu diese Frage noch nachgehen wollen. Und c) but not least nehme ich aus dieser Veranstaltung mit, dass Kunden schon 2020 85 % ihrer Beziehungen ohne Interaktion mit einem Menschen managen werden (müssen). Als Beispiel wurde der Gästeempfang mittels holographischer Empfangsdame in einem großen US-Unternehmen gezeigt. Ups. Ich finde das eher traurig. Ist es nicht schön, wenn wir noch mit echten Menschen interagieren können?

Offen blieb für mich am Ende dieser Veranstaltung allerdings die Frage: Was sagen eigentlich die Mitarbeiter der Microsoft-Zentrale in München, wenn diese im Internet recherchieren. Sagen die auch „ich google das mal“?


[Autorin: Dr. Martina Klug]